Bad Wünnenberg und die 6 Stadtteile

Bad Wünnenberg

Stadtwappen Bad Wünnenberg
Stadtwappen Bad Wünnenberg
Ortswappen Bad Wünnenberg
Ortswappen Bad Wünnenberg

Der älteste Ortsteil von Bad Wünnenberg ist die Oberstadt. Sie entstand, teilweise auf dem Boden des späteren untergegangenen Ortes Oberbliskesen, als um 1300 n. Christus, die Herren von Büren auf dem Bergsporn zwischen Aa und Golmeke, Afte und Wiele eine Burg errichteten. Dadurch entstand ein ganz neuer Ort. Er wuchs sehr schnell, bekam schon bald Stadtrechte und wurde mit einer Stadtmauer umzogen.

 

Starke Stadtbrände plagten die Oberstadt. Die Bürger wurden bedrängt, doch wenigstens teilweise den Fuße des Berges zu besiedeln, damit man mehr Abstand halten könne zwischen den einzelnen Häusern. Der Bischof als Landesherr beurkundete ausdrücklich, dass die Unterstadt nicht als ein neues und selbständiges Gemeindewesen entstehen sollte, sondern beide Teile, Ober- und Unterstadt, in einer einzigen "Gemeinheit" - Gemeinde vereinigt bleiben sollte, mit allen städtischen Rechten und Pflichten.

 

Nach dem letzten großen Brand im Jahre 1725 ging der hiesige Liegenschaftsverwalter des Paderborner Fürstbischofes, Jobst Friedrich Wilthelm, mit gutem Beispiel voran. Er ließ als Erster seine Residenz im Tal erbauen, den heutigen Spanckenhof. 

 

Im Jahr 1975 enstand durch die Zusammenlegung der  Orte Bleiwäsche, Elisenhof, Fürstenberg, Haaren, Helmern, Leiberg und Wünnenberg die Stadt Wünnenberg mit Amtssitz in Fürstenberg. 

 

Seit 1972 ist Bad Wünnenberg anerkannter Luftkurort und seit 1999 Kneipp-Heilbad 

Bleiwäsche

Das Wappen mit dem alchimistischen Zeichen für Blei im silbernen Schildfuß weist auf die Gründung als Bergbauortes hin. Die beiden goldenen Eichenblätter auf grünem Grund stehen für die überwiegende Waldfläche in der Gemarkung Bleiwäsche, die Ähre für die dort betriebene Landwirtschaft.  

 

Die Gründung des Dorfes Bleiwäsche kann um das Jahr 1540 angesetzt werden. Im 16. Jahrhundert wurden abbauwürdige Blei- und Silbererze entdeckt und abgebaut. In Folge dieser Bergbautätigkeiten wurde der Ort Bleiwäsche gegründet. Der Straßenname "Auf den Schächten" weist heute noch darauf hin, dass hier wohl die meisten Schächte zu finden waren. Diese hatten eine Tiefe von bis zu 60  Metern. Auch im Lühlingsbachtal sind noch Zeugen der damaligen Bergbauaktivitäten in Form von Bergbauhalden, Pingen und Stollen zu finden.

 

Südwestlich von Bleiwäsche liegt im Düstertal der Kalksteinbruch der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie GmbH (MHI). Im Steinbruch kann der geologische Untergrund der Landschaft und die Gründe für die verschiedenen Landschaftsformen erkundet werden. Der noch im Abbau befindliche Steinbruch besitzt eine Länge von etwa 1000 m (Abbaufront) und eine Wandhöhe von 70 m. Die Sohle des Steinbruches liegt dabei auf 380 m NN. 

Elisenhof

Das Wappen von Elisenhof wurde im Jahre 1986 auf Initiative der Elisenhofer Bevölkerung entworfen. Es zeigt die im Mittelpunkt dieser relativ jungen Gemeinde stehende Kapelle, die von zwei Bäumen eingefaßt ist. 

 

Diese symbolisieren den Lindenhain, der die Kirche umgibt. Die drei Ähren weisen darauf hin, dass Elisenhof eine Bauernsiedlung ist.

Fürstenberg

Das Wappen zeigt einen blauen Turm auf silbernem Grund der für die mittelalterliche Forstenburg steht, die im frühen 14. Jahrhundert von Bischof Bernhard V. erbaut wurde und weite Teile des südlichen Hochstiftes Paderborn sicherte. Ähren und Eichenblätter in Gold auf blauem Grund symbolisieren die Land- und Forstwirtschaft.

 

Die "Freiheit Fürstenberg" wurde im Jahr 1449 an der Stelle einer mittelalterlichen Burgsiedlung des Paderborner Bischofs, der "Vorstenburg", von den Herren von Westphalen begründet, die bis heute dort ihre Residenz haben.

Fürstenberg wuchs bald auf eine stadtähnliche Größe und war über Jahrhunderte das unbestrittene Zentrum des Sintfeldes. Sowohl an Einwohnerzahl als auch an Fläche gehörte die Freiheit Fürstenberg, die von Historikern zu den Städten (mit Mindeststadtrechten) gerechnet wird, noch im 19. und 20. Jahrhundert zu den größten Landgemeinden Deutschlands.

Seine Blütezeit hatte der Ort vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Kirche, Gericht, Schloß und Gutshof wurden im späten 18. Jahrhundert neu errichtet. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen markante öffentliche Bauten wie das neue Amtsgericht, die Amtsverwaltung, das Postamt, das Krankenhaus und Schulgebäude hinzu. Heute ist Fürstenberg Sitz der Stadtverwaltung von Bad Wünnenberg.

Haaren

Das Haarener Wappen zeigt in Gold eine eiserne Lanzenspitze, die bei Rodungsarbeiten im "Futterloch" entdeckt wurde. Sie steht für die Funde aus vorgeschichtlicher Zeit, die in der Gemarkung des jetzt tausendjährigen Ortes nicht selten sind.

Haaren liegt direkt am bekannten Autobahnkreuz "Wünnenberg-Haaren", in einer Höhe von 385 Metern. Der Ort befindet sich an einer uralten Völkerstraße Bremen - Paderborn - Mainz ("Via regia" = königlicher Weg) und kann auf eine tausendjährige Geschichte zurückblicken.

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Ortes fand man in den "Traditiones Corbeienses", den Corveyer Schenkungen des Jahres 975. Während Haaren in den Fehdezeiten des 15. Jahrhunderts nicht bewohnt war, wurde es zu Beginn des 16. Jahrhunderts wieder besiedelt und entwickelte sich zu einem Haufendorf. 1750 wurde die heutige Pfarrkirche St. Vitus im barocken Stil erbaut, die einem großen Brand im Jahr 1847 nur knapp entkam. 1861 erhielt sie einen Turm und das Kirchenschiff wurde um ein Joch auf die heutige Größe erweitert.

Als weitere Sehenswürdigkeit gilt die "Ohrmakers Mühle". Die Mühle ist die einzige funktionsfähige Motormühle im Paderborner Land. Sie wurde 1933 gebaut und überlebte das große Dorfmühlensterben, das in den 50er Jahren stattfand.

Helmern

Das Wappen zeigt die jahrhundertealte Linde am Sintfeldhöhenweg. In dem aus einheimischem Stein errichteten Bildstock steht die Statue des hl. Sturmius, der hier im Sintfeld verehrt wird.

 

Der Ortsteil Helmern liegt nordöstlich von Bad Wünnenberg in einer Höhe von bis zu 385 m über NN. 1971 war der Schützenverein Helmern Ausrichter des 14. Kreisschützenfestes. Die einjährige Vorbereitungszeit nutzten die Helmerner Bürger um den von der Landwirtschaft geprägten Ort zu verschönern.

Straßenbauarbeiten wurden durchgeführt, Gehwege geteert und Grünanlagen und 2 Kinderspielplätze angelegt. Auch viele Wohnhäuser erhielten einen neuen Anstrich. Als besondere Auszeichnung für die Arbeiten belegte Helmern beim Kreis Wettbewerb das "schönste und sauberste Dorf" 1974 den 1. Platz. Seit 1993 gibt es in Helmern eine Sporthalle.  

Leiberg

Das Wappen zeigt eine gebogene Brücke aus Steinquadern mit drei Durchlässen, die an die 1965 durch Hochwasser zerstörte Brücke über die Afte erinnert, welche durch zwei silberne Wellenbalken auf blauem Grund dargestellt ist. Der silberne Halbmond auf rotem Grund weist darauf hin, daß die Leiberger im Volksmund "Türken" genannt werden. Land- und Forstwirtschaft werden durch Ähre und Eichenblatt symbolisiert.

 

Der Ortsteil Leiberg liegt westlich von Bad Wünnenberg in einer Lage von 350 m. Die offizielle Gründung des Dorfes Leiberg wurde im Jahr 1490 vollzogen. Um den geschichtsträchtigen Boden im wald- und wasserreichen Leiberg und im Vorläuferdorf Andeppen haben Paderborner und Kölner Bischöfe, aber auch Grafen und Raubritter gekämpft. Es war Grenzland zwischen Franken und Sachsen, zwischen dem Herzogtum Westfalen und dem Fürstbistum Paderborn.

Mehrere "Eiserne Bücher" in Leiberg berichten von blutigen Fehden, einer geheimnisvollen Mär, um ein berüchtigtes Kloster und Pestseuchen. "Der schwarze Tod" hält im Jahr 1635 Einzug in das kleine Dorf und tief im Leiberger Wald werden über 400 Opfer begraben. Am Bartholomäusfest wurde der letzte Tote begraben und seit diesen Tagen feiern die Leiberger jedes Jahr am 24. August ihr Bartholomäusfest.